Diese stürmische Geschichte hat uns ein bemerkenswertes Monument überliefertMit Fresken geschmücktNach Tradition der romanischen Kunst waren die Wände und Gewölbe der Kirche wahrscheinlich mit Fresken bedeckt. Unglücklicherweise hat der Brand von 1445-46, von den Truppen des Basler Bischofs im Konflikt mit den Habsburgern gelegt, diese ursprüngliche Dekoration ausgelöscht..
Kurz darauf, im Jahre 1460, hat die �btissin Elisabeth von Blumeneck, mutig und unverdrossen, damit begonnen die Kirche mit neuen Fresken zu schmücken. Die Stürme dieser Zeit lassen ihr keine Zeit dieses Werk zu beenden. Später werden die Fresken bei Reparaturen der an der Abteikirche während des Dreissigjährigen Krieges verursachten Schäden verputzt.
Während weiterer Restaurationen im Jahre 1875 werden die Fresken durch Zufall entdeckt und der Verputz entfernt. Heute ergeben sie einen sehr interessanten Gesamteindruck, ebenso von einem künstlerischen wie einem historischen und religiösen Standpunkt aus. Im unteren Chorumgang kann man eine erstaunliche Darstellung der Messe des Papstes St Gregor in Gegenwart einer sehr eleganten �btissin bewundern.
In Richtung der Tür der Sakristei, stellen drei historische Fresken die Mitglieder der Familie Rudolfs dar. Auf einer kann man Rudolf und seinen Bruder Radebot vor ihrem Vater Lanzelin erkennen, auf einer anderen den Papst Leo IX wie er Rudolf und seine Gattin segnet.
Auf dem Kreuzgratgewölbe des Chorumganges, gegenüber der Kapelle des Heiligen Kreuzes eine Darstellung der Symbole der vier Evanglisten, der Engel des hl. Matthäus, der Stier des hl. Lukas, der Löwe des hl. Markus und der Adler des hl. Johannes. Diese Freske wurde während einer ungeschickten Restauration 1903 von einem Münchner Künstler neu gemalt.
In den 80er Jahren werden alle anderen Fresken von ihren Ã?bermalungen befreit und haben ihre Originalfarben und â??Zeichnungen wiedererlangt. Wohlweislich wurden die verschwundenen Teile freigelassen. Auf diese Weise wird die Arbeit der Maler des 15. Jh. respektiert.
Im oberen Chor und im Tonnengewölbe, das ihm vorausgeht, kann man die reichhaltigsten Fresken betrachten.
Das Chorgewölbe ist der Darstellung des hl. Petrus, auf einem Thron sitzend, von Engeln umgeben und die bischöfliche Tiara auf seinen Kopf setzend, gewidmet.
Die den 4 Evangelisten gewidmeten Symbole vervollständigen das Bild, dessen Originalzeichnung bemerkenswert ist: nuanciert, pastellfarbig, im starken Kontrast zur plumpen Restaurierung des selben Themas im unteren Geschoss.
Auf den Wänden des Chors schildert ein Bilderstreifen (eine Art â??Comicâ??) verschiedene Episoden aus dem Leben des hl. Petrus, wie zum Beispiel die Vergabe der Schlüssel an den Apostel Petrus.
Eine der schönsten Fresken befindet sich im Kreuzgratgewölbe gegenüber dem Chor: eine Darstellung des Jüngsten Gerichts, eine oft gezeigte und kopierte Szene, wie man sie im 15. Jh. auf dem Polyptychon des Van der Weyden im â??Hôtel Dieuâ?? (städt. Krankenhaus) in Beaune (F.) oder aber auf den Stichen des Colmarer Meisters Martin Schongauer wiederfindet, der dieses Thema auf die innere Westwand des St Stefansmünster von Breisach a. Rh. übertragen hat.
Christus thront auf einem Regenbogen, der Erde und Himmel verbindet und ruft mit erhobener rechter Hand die Gerechten zum Jüngsten Gericht herbei; er tut es mit dieser rechten, dem Osten, der aufgehenden Sonne, Symbol von Leben und Licht, zugewandten Hand, während die geneigte linke Hand, dem Westen zugewandt, die Richtung der untergehenden Sonne angibt, Symbol für Finsternis und Tod.
Gegenüber dieser Freske eine kraftvolle Darstellung des Engel Gabriel, der einen Dämonen - die Sünde - niederstreckt und das Abwiegen der Seelen vornimmt.
Der interessierte Besucher entdeckt weitere Fresken, die auch in dem kleinen, in der Kirche erhältlichen, Handbuch abgebildet und kommentiert werden.