In dieser ursprünglich abseits der wirtschaftlichen Ströme gelegenen Gegend, Gründung eines Klosters, die drei geschichtsträchtige Namen vereinigtDen Erbauer, Vorfahr der Familie Habsburg Der Erbauer dieser Abtei von Ottmarsheim, Anfang des 11. Jh., genauer gesagt im Jahre 1030, heisst Rudolf von Altenburg, der noch nicht den Namen der Habsburg trägt. In einem lateinischen, auf das Jahr 1063 datierten Manuskript, gibt Heinrich IV, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen an, dass â??Rodolffus, berühmter Mann, die Abtei Sainte Marie von Otmersheim aus eigenen Mitteln, auf eigenen Ländereien erbaut hatâ?? (das Dokument ist mit dem Siegel Heinrichs IV versehen). Von einer Familie abstammend, die Ländereien im Elsass und in der Schweiz besitzt, erlauben ihm seine Einkünfte die hohen Ausgaben, die die Erbauung des Benediktiner Klosters und der Kirche, die der Schwesterngemeinschaft und der Pfarrgemeinde dient, aufzubringen.

�ltester bekannter Vorfahr einer berühmten Familie wird Etichon I, auch Aldaric genannt, im 7. Jahrhundert vom König der Merowinger Dynastie zum Herzog vom Elsass ernannt, mit der Aufgabe das Elsass zu verwalten, eine Aufgabe, die er mit Autorität wahrnimmt und an zahlreiche seiner Nachfahren weitergibt.
Er ist dafür bekannt das Kloster von Hohenbourg, den späteren â??Mont Sainte-Odileâ??, zur Ehre seiner Tochter Odile, erste Ã?btissin des Klosters und Schutzpatronin des Elsass, gegründet zu haben.
Aldaric steht am Anfang zweier Vetterngeschlechter, das der mächtigen Herzöge vom Elsass, aus dem Rudolf von Altenburg abstammt und das der Grafen von Eguisheim, dem Bruno, der spätere Léon IX, zum Ruhm verhilft.
Der Grossvater Rudolfs, Gontran der Reiche, Herzog vom Elsass und Herzog vom Aargau in der Schweiz, ist dazu gezwungen sich auf seine Ländereien zurückzuziehen, nachdem er beim Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen in Ungnade gefallen ist. Sein Sohn Lanzelin hat drei Söhne, Rudolf von Altenburg, der die Ländereien im Elsass erbt, Radebot, der die in der Schweiz erhält und Werner, der Bischof von Strasbourg wird. Aber ist Rudolf wirklich der Bruder von Radebot und Werner? Einige Historiker bezweifeln dies: er könnte ebenso ein Schwager oder Onkel sein. Bleiben wir bei der ersten Hypothese.

Rudolf gründet die Abtei von Ottmarsheim, zieht anschliessend in den Krieg nach Sizilien im Dienste des Papstes Léon IX, um dort die Normannen zu verjagen. Er fällt in der Schlacht von Civitella. Sein Leichnam, vielleicht auch nur sein Kopf, wird in seine Abtei nach Ottmarsheim gebracht, wo er auch bestattet sein soll. Zum Beweis könnte man hier die Entdeckung eines Grabmals im Mittelschiff der Kirche vor einigen Jahren heranziehen. Aber das Grab ist leer! Ohne männlichen Nachkommen stirbt sein Geschlecht mit ihm.
Es ist der Sohn seines Bruders Radebot, der das Geschlecht weiterführt und der als erster den Namen Habsburg trägt, abgeleitet vom Namen des Schlosses â??Habichtsburgâ??, das von seinem Vater im Aargau gebaut worden ist. Auch Radebot gründet ein Kloster in Muri, das der Abtei von Ottmarsheim im XV. Jh. eine Reliquie des Heiligen Kreuzes schenkt, die in der zu diesem Zweck gebauten Kapelle verehrt wird.

Radebots Bruder Werner, Bischof von Strasbourg, errichtet 1015 die zweite romanische Kathedrale, deren noch die Krypta und Elemente des Orientmassivs erhalten sind. Die gotische Kathedrale von heute ist auf den Grundmauern und in den Ausmassen der romanischen Kathedrale des Werner erbaut. Letzterer ist Freund des Ottonischen Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen, Heinrich II und dieses Detail besitzt seine Wichtigkeit für die architektonischen Vorstellungen Rudolfs während des Baus seiner Abtei.Nach dem Ableben Rudolfs scheinen die in der Schweiz ansässigen Habsburger der Abtei von Ottmarsheim kaum Unterstützung und Wohlstand zu bringen. 1510 wechseln sie von Ottmarsheim, dem Hauptsitz ihrer Besitztümer im Ober-Elsass und den auf der anderen Rheinseite gelegenen, nach Ensisheim über. In der Tat, Ottmarsheim ist zu sehr den vom Rhein kommenden Angriffen und seinen häufigen �berschwemmungen ausgesetzt.
Im Jahre 1218 wird ein Habsburger zum ersten Mal von den Wahlmännern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen in die Würde eines Kaisers gewählt. Ab dem Jahr 1440 bekleiden die Habsburger ununterbrochen den kaiserlichen Thron.
Der berühmteste unter ihnen ist wohl Charles Quint im 16. Jh., an der Spitze eines Reiches â??über dem die Sonne nie untergehtâ??.
Im Jahre 1806 löst Napoleon I das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen nach seinen Siegen über seinen letzten Kaiser, Franz II, Kaiser von �sterreich, König von Ungarn auf. Die Habsburger erhalten sich den österreichischen und ungarischen Thron bis zu ihrer Niederlage und Ende des Ersten Weltkriegs im Jahre 1918. Kaiser Karl I dankt in diesem Jahr ab und geht mit seiner Gattin ins Exil. Geboren 1912, ist Otto der gegenwärtige Habsburger Nachkomme, Europa-Abgeordneter und Vater dreier Kinder, die schon die Abtei von Ottmarsheim besucht haben.
1998 vertraut er dem elsässischen Schriftsteller Robert Werner an: ... eine Familie elsässischer Abstammung... das Elsass ist gewissermassen unsere Wiegeâ??. Die Habsburger stammen aus dem ElsaÃ?! Bestimmt hiervon verdrossen sind unsere Schweizer Freunde, die ihn als einen der ihrigen betrachten. Es ist richtig, daÃ? sich die Habsburger zu verschiedenen Epochen in der Schweiz aufgehalten haben.